Stell dir vor es ist Tag der Pressefreiheit — und keiner geht hin. Tag der Pressefreiheit (Quelle: Die Welt)Erstaunlich, daß nur wenige Zeitungen den heutigen Tag zum Thema machen, ist doch die Pressefreiheit Grundlage ihres Geschäftsmodells. “Natürlich” läßt auch mein örtlicher Presseclub kein Sterbenswörtchen dazu verlauten — peinlich…

Tag der Pressefreiheit (Quelle: Die Welt)

Die Welt bzw. Die Welt kompakt erscheinen heute mit fast leerer Titelseite und einem dezenten Hinweis auf die Reporter ohne Grenzen. Dabei darf man sich auch in Deutschland nicht entspannt zurück lehnen, denn in der Liste der pressefreundlichen Länder nimmt das “Land der Dichter und Denker” schon lange keine Spitzenposition ein.

Zwar geht es — noch — nicht zu wie angeblich in einer Bananenrepublik, aber mit “law and order” à la Schäuble und #Zensursula werden immer mehr die Grundrechte auf dem Verwaltungswege unterlaufen. Darüber hinaus nimmt die Politik außerhalb des Parlaments Einfluß, wie z. B. bei der Besetzung von Leitungsfunktionen. Auf der anderen Seite sind immer mehr Herausgeber an kurzfristigem Profit interessiert — aufwendige, sorgfältige und damit kostspielige Recherche sei da nicht finanzierbar (gut leben da nur die Häuptlinge, während sich die Indianer zunehmend nach Zweitjobs umsehen müssen).

Wie es weiter geht entscheidet der Leser: Gibt man sich mit Verlautbarungsjournalismus zufrieden oder respektiert man, daß Qualität seinen Preis hat?