Das Urheberrecht ist mit dem Internet komplizierter geworden: Da wird gegen Google News vorgegangen, ebenso wie gegen kleine Webseiten, weil eine Meldung zitiert oder mehr oder weniger übernommen wird. Jammern und klagen tun i. d. R. die Verlage als “Rechteinhaber”. Doch die sollen sich erstmal an die eigene Nase fassen!

Info von der DJV-Homepage (Deutscher Journalisten-Verband): Unter der Überschrift “DJV kämpft gegen AGB für Freie” wird über neue Rahmenbedingungen für freie Mitarbeiter der Nordost-Mediahouse GmbH berichtet — bei vielen Blättern inzwischen die Hauptinhaltslieferanten ohne die es keine Zeitung gäbe. Die sollen ihre Nutzungsrechte soweit abtreten, daß der Verlag am Ende bei der weiteren Vermarktung sogar als Konkurrent auftreten würde. Das alles natürlich zu Honorarsätzen, die am Rande der Wirtschaftlichkeit für den “freien” Dienstleister liegen.

Auch der Weserkurier meint, daß 75 Cent(!) bis 2,50 Euro pro Bild genug seien. Das ist der Satz für Berufsfotografen, “Freie” sollen natürlich weniger bekommen. — Wie sind da doch gleich die Honorarforderungen eines gewissen Kochbuches, die Richter “sachkundig” als angemessen durchwinken..?

Der DJV-Newsletter berichtet unter der Überschrift “BDZV legt Angebot für Fotohonorare vor” außerdem: Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) hat in den Verhandlungen über gemeinsame Vergütungsregeln Anfang Juni erstmals ein konkretes Angebot für Fotohonorare unterbreitet. Die entsprechende Honorarspanne soll für den Erstdruck von Fotos in Zeitungen mit einer Auflage von über 50.000 bis 100.000 lediglich 22 bis 33 Euro betragen. Im 12a-Tarifvertrag liegt das Honorar in dieser Auflagenhöhe ab 1. Mai 2009 dagegen bei 65 Euro. (…). (Quelle: a. a. O.; siehe auch Tarifvertrag für freie Journalisten).

 

Ein Hobby-Fotograf oder “Leserreporter” mag die Honorare möglicherweise als “hoch” empfinden, aber ein freier Mitarbeiter muß davon seine professionelle Ausrüstung, ein Auto sowie Telefon- und Fahrtkosten finanzieren. Und leider ist dem ja nicht so, daß man alle 10 Minuten ein Bild macht, das man für 20 bis 60 Euro verkaufen verschleudern kann — trotz Arbeitszeiten mit “open end”. — Wer den Berufswunsch “irgendwas mit Medien” hat, sollte im Land der Dichter und Denker erstmal genau nachrechnen.