Media-Watch-Blog
21 Jan
In der Bahnhofsbuchhandlung, Kaufhäusern oder großen Tankstellenshops ist das Angebot an leichter Lektüre in Form von Zeitungen und (Fach-) Zeitschriften riesengroß: Regalmeter um Regalmeter wird mit den bunten Blättchen gefüllt. Und es scheinen immer mehr zu werden. Doch der Schein trügt, denn es erscheinen zwar immer neue Titel, aber ebenso verschwinden viele wieder von der Bildfläche. das Jahr 2007 war anscheinend das Jahr der Flops.
Der Beitrag “Nekrolog 2007” von Retromedia widmet sich dem Sterben im Blätterwald. Mehr als 60 Titel listet der Beitrag auf, es dürften aber insgesamt noch ein paar mehr sein. Neben so bekannten Titeln wie “PC Professionell” und “Internet Professionell“, die nach vielen erfolgreichen Jahren offenbar “unternehmerischen Kalkül” zum Opfer gefallen sind finden sich auch Sonderreihen mit prominenter Unterstützung wie “P. M. Clever” oder “Willi will’s wissen” in der traurigen Gesellschaft. Lang ist aber auch die Reihe der Special-Interest-Produkte, die offenbar so special waren, das sie die Zielgruppe nicht erreicht haben: “55plus”, “Wedding Dresses”, “Bounce” oder “Echt erlebt”. Auffällig ist, daß manche Neuerscheinung nur mit 2 bis 3 Ausgaben präsent war, obwohl man in einem weitgehend gesättigten Markt allgemein mit einer Anlaufzeit von 2 bis 3 Jahren rechnet. — Was wird eigentlich aus “Vanity Fair”?

Zählt Harald Schmidt auch zu den Auslaufmodellen? (Quelle: DWDL)
Andere Titel listet Das Zeitschriftenblog im Beitrag “Der Friedhof der Schmuddelblätter” auf. Obwohl es ja landläufig heißt “sex sells“, scheint der allzu plumpe Fleischbeschau out zu sein. Allein 2007 sind demnach 15 dieser Blättchen verschwunden. Wird sie jemand vermissen? Immerhin bewegten sich einige Titel im Auflagenbereich zwischen 500.000 und knapp 1.000.000 Exemplaren.
Das Fernsehlexikon hat in “Reißender Absatz” eine entsprechende Liste für Fernsehsendungen aufgestellt: Dabei hat es langlebige Titel wie “Lustige Musikanten” nach 36 Jahren ebenso erwischt, wie Premieren à la “Schmetterlinge im Bauch“, die noch nicht einmal ihren 1. Geburtstag erleben durften. Auch DWDL hat eine Liste von 90 Flops für 2007 ausgemacht (Bildstrecke). Erstaunlich, welch Kelch an uns vorüber gegangen ist. Erstaunlich auch, daß sich “Schillerstraße” ebenfalls unbestimmte Zeit in “Sommerpause” befindet. — Die Zeiten, in denen die Fernsehsender heute Absatzschwierigkeiten haben, hießen “früher” Sendepause und Sendeschluß — mit Nationalhymne. Wär das nicht eine preiswerte Alternative?
2 Responses for "Medien: 2007 das Jahr der Flops."
Laut einer Meldung von Branchendienst “Kressexpreß” setzt RTL “Die Anwälte” bereits nach der ersten Folge ab. Die achtteilige Serie war erst am Donnerstag, 17. Januar, gestartet. Mit 10,8 Prozent Marktanteil in der werberelevanten Zielgruppe konnte die Serie bei RTL angeblich keinen Blumentopf gewinnen. — Damit hätten wir also den ersten Abgang für 2008.
[...] wurden 2008 insgesamt 93 Zeitschriften eingestellt, was einen traurigen Rekord darstellt (2007: 86, 2006: 82). Dabei sind nicht nur “Versuchsballons” betroffen, sondern durchaus [...]
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