Xing ist in Deutschland erheblich bekannter als die angelsächsischen Vorbilder und in bestimmten Bereichen auch tatsächlich eine Hilfe mit der man “virtuelle” Kontakte mit der realen Welt verbinden kann. Ob man dazu ein Buch braucht?
Data Becker ist jedenfalls der Meinung und bereichert bestückt die Bücherregale mit dem Titel “Das grosse Buch Business-Networking mit Xing“: Ein funktionierendes Netzwerk privater und geschäftlicher Kontakte ist heutzutage in jeder Branche die Basis für die Gewinnung neuer Kunden, Partner und Aufträge. Dieser konsequent auf den Businesseinsatz ausgerichtete Ratgeber unterstützt Sie beim professionellen Networking und verhilft Ihnen zum überzeugenden Auftritt vor über zwei Millionen aktiven XING-Mitgliedern.
Mein erster Eindruck: Braucht man tatsächlich eine Anleitung, um eine überschaubare und durchschaubare Website wie Xing zu nutzen? Meines Erachtens ist dies eine Seite deren Nutzwert mit der Zahl der
Kontakte wächst und wo man sich dementsprechend langsam einarbeitet sowie ganz automatisch immer neue Möglichkeiten entdeckt. Kern sollte das “Networking” und somit der Mensch sein. Dazu gibt es im Buch fast nur Allgemeinplätze, wobei man auf S. 283 die richtige Empfehlung “Überschlagene Beine, verschränkte Arme signalisieren: Laß mich in Ruhe.” liest — und auf S. 341 [extrapoliert] ein ebensolches Foto der Autorin findet. Insgesamt erinnern die geschilderten Erfahrungen/Empfehlungen eher an Ebay-Vertrieb und Kundenakquise. Unter diesem Gesichtspunkt würde ich die rund 2.600 bestätigten Kontakte der Autorin eher in die Rubrik “Netzwerk-Vampir” einordnen, statt dies als einen Beleg für Kompetenz in Sachen Xing zu werten.
Wo man tatsächlich simpel technische Hilfe gebrauchen könnte — nämlich Import und Abgleich vorhandener Daten — hält sich das Buch zurück und weist nur darauf hin, daß es möglich ist (z. B. kein Wort zum Problem Dubletten usw.). Ob man nun dazu einen Screenshot braucht, um dem User zu zeigen, wo er auf den Button “Gruppen”
klicken muß, sei dahingestellt. Vermutlich will man es unerfahrenen Nutzern mit vielen Abbildungen die Orientierung (am Bildschirm) erleichtern — im Buch muß man dagegen zwischen den Abbildungen, Tabellen und Infokästen den Haupttext suchen, was das Lesen nicht gerade einfach und angenehm macht. Auch die häufigen Formulierungen in der ersten Personen scheinen mir für dieses Thema nicht angemessen.
Obwohl das Buch mit ca. 350 Seiten von Umfang und Ausstattung mit ähnlichen Veröffentlichungen aus dem Hause Data Becker für nur 16 Euro vergleichbar ist (z. B. Weblog mit WordPress), soll man knapp 25 Euro dafür berappen — soll damit “Business” oder “clever” hervorgehoben werden? Ich würde jedenfalls niemanden empfehlen, ins “Business Networking” mit diesem Buch einzusteigen.
Weitere Informationen
(Dieser Eintrag basiert z. T. auf einer Mitteilung des Verlages)
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