Schumann: C++ für Kids.Nein, C++ für Kids hat nichts mit Forstwirtschaft oder vitaminhaltigen Getränken zutun, es geht um ein Lehrbuch zur bekannten Programmiersprache. Lehrbücher für Erwachsene haben es in Deutschland schwer: Entweder sind sie sehr kompliziert und zum Selbststudium nur mit viel Disziplin zu gebrauchen (schließlich ist der Autor ja “Experte”). Oder wenn ein Autor verständlich schreibt, dann wird er gern von klugscheißenden “Kritikern” mit 25jähriger “Erfahrung” niedergemacht… Ein Trick, dieses Problem zu umgehen besteht darin, das Fachbuch als Kinderbuch auszugeben.

Schumann: C++ für Kids.

Nachdem mir Skripte aus dem Internet dann doch zu knapp waren bin ich so auf “C++ für Kids” von bhv gestoßen. Der Hinweis “4. Auflage” wirkt dabei auch vertrauenerweckend, wenn man weiß, wie kurz der Lebenszyklus bei Fachbüchern sein kann.

Mein erster Eindruck: Obwohl sich das Buch prinzipiell an Einsteiger richtet, kommt es ziemlich schnell zur Sache: Nach Installation der auf CD-ROM beigelegten “Borland C++ Builder 6 Personal” Entwicklungsumgebung geht es zügig mit Beispielprogrammen los statt den Leser mit langatmiger Theorie zu langweilen. Alle wichtigen Eigenschaften von C++ werden erläutert und mit Beispielprogrammen unterfüttert (einzelne Befehle, Klassen, Objektorientierung usw.). Stück für Stück arbeitet man sich ein. Allerdings sind es zumeist isolierte Progrämmchen, am Ende wartet nicht das buchumfassende, selbst programmierte Spiel oder Tool.

Ob Kinder so schnell mit C++ klarkommen (vor allem ohne routiniertes Vorwissen), kann ich nicht beurteilen. Sicherlich ist es auch kein Buch für Leute, die eine ähnlich strukturierte Programmiersprache schon beherrschen und täglich damit arbeiten. Aber für engagierte Hobbyisten mit Programmiererfahrung in einem anderen Bereich — denen man also nichts von “Adam und Eva” erzählen muß — ein guter Kompromiß. Lediglich die auf “Kids” gemachten Zeichnungen im Kopf jeder Seite und die z. T. etwas bemüht “jugendliche” Ausdrucksweise schießen m. E. etwas über das Ziel hinaus. Rund 460 nicht überfrachtete Seiten für rd. 25 Euro sind ein guter Einstieg — nicht nur für Kids.

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